2008

HFA

Ehrenamt braucht keine Anerkennungskarte – oder doch?

Heftig diskutiert wurde am Donnerstagabend im Hauptausschuss – über die Einführung einer Ehrenamtskarte.

Kaum trafen die ersten Ratspolitiker am Donnerstagabend zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ein, da lag der Presse auch schon eine schriftliche Stellungnahme der CDU-Fraktion vor.

Initiative der Landesregierung

Die SPD hatte im Vorfeld der Sitzung beantragt, sich mit der Einführung einer Ehrenamtskarte zu beschäftigen. Die Sozialdemokraten wollten sich einer Initiative der Landesregierung anschließen und diese Ehrenamtskarte auch in Horstmar und Leer in Umlauf zu bringen. „Es geht uns um eine Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements“, begründete SPD-Fraktionschef Michael Kaiser das Vorhaben. Man könne sich vorstellen, mit dieser persönlichen, nicht übertragbaren Karte, die landesweit einheitlich aussehen soll, Vergünstigungen oder Ähnliches zu erzielen (ermäßigter Freibadeintritt, Theateraufführungen usw.).

“Wollen keine Zwei-Klassen-Ehrenamtliche”

Dann legte sich Dieter Bielefeld als CDU-Fraktionsvorsitzender mächtig ins Geschirr, hob auf öffentlichkeitswirksames Trommeln der SPD im Vorfeld des Kommunalwahl ab. „Wir wollen keine Zwei-Klassen-Ehrenamtliche: die mit Karte und die ohne. Ehrenamtlichkeit wird hier in Horstmar und Leer in hervorragender Weise geleistet und das funktioniert gut“, so Bielefeld der die rund eine Din-A4-Seite lange Stellungnahme verlas.

Bürgermeister hegt Bedenken

Bedenken zu dem zu erwartenden Arbeitsaufwand, den letztlich die Verwaltung – möglicherweise nach Absprache mit Vereinen und Organisationen – leisten müsste, führte Bürgermeister Robert Wenking an (Wer spricht die Förderer an? Ab welcher Einsatzzeit soll die Karte vergeben bzw. wieder eingezogen werden?). Begrifflichkeiten seien zu ungenau wie beispielsweise „Überdurchschnittliches Engagement“.

Abgelehnt

Heinz Schwarze-Blanke (UWG) fragte: „Warum sollten wir nicht darüber nachdenken. Wenn es die Karte anderswo gibt, werden unsere Leute nachfragen, warum es das hier nicht gibt.“ Annette Sonneborn (Grüne) war derzeit das Vorhaben nicht präzise genug entwickelt.
Am Ende lehnte der Hauptausschuss mit großer Mehrheit (bei drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung) den Antrag auf Einführung einer Ehrenamtskarte ab.

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