2016

Schulname: Politik will keinen Zwist

Die Schulkonferenz der Sekundarschule soll zur nächsten Verbandsversammlung des Schulzweckverbandes Ende 2017 einen Namensvorschlag unterbreiten. Das beschlossen die Ausschussmitglieder während der jüngsten Sitzung einstimmig. Vertreter des Heimatvereins Schöppingen und der Pfarrgemeinde St. Brictius sollen dabei beratend mitwirken. Beide hatten sich für die Wiedereinführung des Namens Kardinal von Galen als einen Bestandteil des Schulnamens eingesetzt.

Die Schulkonferenz der Sekundarschule soll zur nächsten Verbandsversammlung des Schulzweckverbandes Ende 2017 einen Namensvorschlag unterbreiten. Das beschlossen die Ausschussmitglieder in der jüngsten Sitzung einstimmig. Vertreter des Heimatvereins Schöppingen und der Pfarrgemeinde St. Brictius sollen dabei beratend mitwirken. Beide hatten sich für die Wiedereinführung des Namens Kardinal von Galen als einen Bestandteil des Schulnamens eingesetzt.

„Uns ist wichtig, dass der Name aus der Schule kommt. Es geht nicht, dass er übergestülpt wird“, sagte die Ausschussvorsitzende Petra Raus (CDU). Der Name sollte von allen mitgetragen werden, so Raus, die auch Vorsitzende des Schulausschusses der Stadt Horstmar ist. „Ich könnte mit dem jetzigen Namen und dem Vorschlag des Heimatvereins leben“, erklärte Franz-Josef Franzbach. Schöppingens Bürgermeister war nur wichtig, dass die Diskussion ergebnisoffen geführt wird.

So sind drei Alternativen denkbar. Erstens: Der Name bleibt Sekundarschule Horstmar-Schöppingen. Zweitens: Die Schule wird umbenannt in Kardinal-von-Galen-Schule – Sekundarschule Horstmar-Schöppingen. Drittens: Die Schulkonferenz macht einen ganz anderen Vorschlag.

„Wir wollen keinen Zwist. Wir haben auch Verständnis, dass die Verwaltung sich nicht positioniert. Das Thema eignet sich nicht für eine Kampfabstimmung“, sagte Ralf Marpert. Er warb aber ausdrücklich für den Namen von Galen. Gerade in Zeiten von Marine Le Pen und Donald Trump seien Vorbilder wichtig, „die einen klaren Wertekompass“ vermittelten, so Marpert. Eine Schule solle mehr als nur Wissen vermitteln, so Marpert.

Die Verbandsversammlung müsse sich entscheiden, ob sie einen sachlich, nüchternen Namen wolle oder einen, der über das Technische hinausgehe, so Marpert. „Das ist keine Kritik an der pädagogisch hervorragenden Arbeit“, sagte er in Richtung Schulleiter Hubertus Drude. Marpert forderte Drude auf, dann aber auch so ehrlich zu sein, zu sagen, warum er den Namen Kardinal von Galen nicht wolle. Drude wiederum sagte, dass er grundsätzlich Gründe für einen Schulnamen, aber nicht gegen einen Namen nennen würde.

Der Schulleiter wies auf die Geschichte der Sekundarschule hin, die zwei Orte und als Verbundschule zwei Schultypen verband. Wichtig war ihm auch, die zahlreichen Kooperationen hervorzuheben, darunter auch mit der Pfarrgemeinde St. Brictius.

Der Name habe das pädagogische Programm der Verbundschule ausgedrückt. Der Name von Galen habe damals, als er an die Schule gekommen sei, in der Pädagogik der alten Schule keine Rolle gespielt, so der Schulleiter. Er habe sich nicht als Motor gesehen, das zu ändern.

„Ein Bruch in der Außendarstellung ist aber nicht zu sehen“, sagte Ralf Marpert. So gebe es weiterhin sowohl vor dem Gebäude den Schriftzug als auch Bilder des Kardinals in der Schulaula und im Lehrerzimmer. Man vergebe sich nichts, „das Erbe wieder aufleben zu lassen“, so der CDU-Politiker.

Matthias Haase (SPD) merkte an, dass, als er nach Schöppingen gezogen sei, die Schule noch Bergschule geheißen habe. Aus seiner Sicht sei es verständlich, einen neuen Namen zu wählen, wenn zwei Schulen zusammengeführt würden. Das sah auch Petra Raus so: „Beide Hauptschulen wurden aufgelöst. Da ist es ein normales Prozedere, dass der Name verschwindet.“

„Wir beteiligen alle und werden das kommunizieren. Wir wollen völlige Transparenz“, sagte Hubertus Drude. So lud er alle ein, an der nächsten Schulkonferenz teilzunehmen.

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