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Textilstraße scheidet für Kindergarten-Neubau aus

Noch in der Dezember-Ratssitzung warb der Bürgermeister für den von ihm favorisierten Standort. Das Grundstück, das sich im städtischen Eigentum befinde, sei verkehrstechnisch auf der Grundlage eines entsprechenden Verkehrskonzeptes sehr gut anzubinden, hatte eines der Hauptargumente von Robert Wenking seinerzeit gelautet.

Der Bürgermeister musste jetzt allerdings zurückrudern. Wider Erwarten hat Anfang dieses Jahres ein Unternehmen Interesse an dem Grundstück signalisiert. Das geht aus einer Vorlage der Stadtverwaltung hervor. Wie es in dem Schreiben heißt, hatte diese im Vorfeld „eingehend geprüft und ausdrücklich die konkrete Anfrage an benachbarte Unternehmen gerichtet, ob das Grundstück zum Zwecke von Betriebserweiterungen kurz-, mittel- oder langfristig benötigt“ würde. „Ein Bedarf ist ausdrücklich verneint worden“, steht in der Vorlage zu lesen.

Um so überraschter waren der Bürgermeister und seine Mitarbeiter, als am 8. Januar plötzlich doch ein Unternehmen Interesse an dem Grundstück zeigte. Das hat die Verwaltung veranlasst, dem Rat vorzuschlagen, die Fläche an der Textilstraße für gewerbliche Zwecke vorzuhalten und einen Alternativ-Standort für den neuen Kindergarten zu suchen. Den glauben die Verantwortlichen nahe des Lernzentrums Horstmar gefunden zu haben.

Das Grundstück mit einer Fläche von insgesamt 5048 Quadratmetern ist im Bebauungsplan „Drostenkämpchen“ als Grünfläche festgesetzt und hat als sogenannte Gemeinbedarfsfläche die Funktion einer potenziellen Erweiterungsfläche des Lernzentrums oder eine Grundstücksfläche für Kindergarten oder andere soziale Einrichtungen.

„Es handelt sich um eine Teilfläche, die ausdrücklich nicht Bestandteil der historischen Gartenanlagen des Drostenkämpchens ist“, heißt es in der Vorlage weiter. Diese Fläche, die im Westen unmittelbar an die bestehende Schulsporthalle anschließe, liege direkt an der Straße „Drostenkämpchen“.

Sichere fußläufige Verbindungen seien aus der Altstadt über den Bischofsweg (Drostenkämpchen) und die Koppelstraße (Verbindungsweg Koppelstraße-Lernzentrum) sowie aus der Siedlung über die Eichendorffstraße und Fürstenwiese und Graf-Bernhard-Straße (Fußgängerampel) vorhanden, argumentiert der Bürgermeister für den neuen Standort. Er schlägt vor, dass der Stadtrat seinen Beschluss vom 13. Dezember aufhebt, um eine neue Entscheidung treffen zu können.

Ob die Gremien dem Vorschlag zustimmen, wird sich in den nächsten Sitzungen zeigen. Als erstes befasst sich der Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales, Kultur und Heimatpflege mit der Thematik. Er tagt am kommenden Mittwoch (30. Januar) um 18 Uhr im Rathaus. Die endgültige Entscheidung bleibt dem Rat vorbehalten, der am 14. Februar (Donnerstag) zusammenkommt.

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